Trekking und Bergsteigen in Peru, Cordillera Blanca. Machu Picchu, Trekking Alpamayo und Toccllaraju (6034 m)

Bergsteigen im Reich der Inkas

Im Spätsommer dieses Jahres reiste Profibergführer Hermann Berie zum Wandern und Bergsteigen in die Anden nach Peru. Er begleitete und führte eine 6-köpfige Reisegruppe aus Deutschland und der Schweiz ins sagenumwobene Machu Picchu bei Cusco und in die abgeschiedene Bergwelt der Cordillera Blanca. Als Höhepunkt der Tour kletterte Berie mit einigen Teilnehmern noch auf den steilen Eisgipfel des Toc-cllaraju (6034 m) bei Huaraz. Hier sein Bericht dazu:

Sagenumwobenes Machu Picchu
Mystisch und faszinierend waren die Eindrücke bei der Wanderung ins sagenumwobene Machu Picchu. Auf einem steilen, bewaldeten Bergrücken gebaut, thront es über dem Urubamba-Fluss im Valle Sagrado. Der bekannte Buchautor Erich von Däniken forscht hier seit Jahrzehnten und sorgt für viele Spekulationen. Ein wunderbarer Platz, den die Menschen schon längst vor den Inkas als Kultstätte nutzten.
Die alte Inka-Hauptstadt Cusco mit der Plaza San Franzisco und den zahlreichen historischen Gebäuden ist das Zentrum der Region. Die spanischen Eroberer hinterliessen in der Barockzeit Ihre prächtigen Kolonialgebäude und Kathedralen auf den geschleiften Ruinen der zerstörten Inka-Epoche.
Man spürt das Erwachen des nationalen Selbstbewusstseins und nach dem Trauma der spanischen Erniedrigungen spriesst der Stolz der indigenen Bevölkerung über Ihre historischen Wurzeln wieder.
Cusco und viele andere sehenswerte Orte hier liegen auf über 3500 Meter Meereshöhe und sind deshalb bestens geeignet zur optimalen Höhenanpassung für das Trekking in der Cordillera Blanca.

Huaraz und Cordillera Blanca
Nach einer Woche mit viel Kultur in der Inka-Hauptstadt, ist Huaraz in der Region Ancash, 1500 km weiter im Norden unsere nächste Station. Im Gegensatz zur Lan-desmetropole Lima, das zu dieser Jahreszeit ein Dasein im Nebel am Rande des Pazi-fischen Ozeans fristet, ist Huaraz sonnig, klar und angenehm mild. Im Hochland der Anden gelegen, wird hier viel Landwirtschaft betrieben und Reisende suchen Erholung und Abenteuer in einer kraftvollen Natur. Traumziele für Bergsteiger, Wanderer und Mountainbiker reihen sich hier wie an einer Perlenschnur. Steile vergletscherte Berggipfel leuchten über subtropischen Wäldern mit versteckt gelegenen, kristallklaren Lagunen. Auf einem dichten Netz alter Inkapfade kann man tagelang einsam Wandern oder Biken. Gipfelziele wie der wunderschön weisse Alpamayo (5947 m), der mächtige Huascaran (6768 m) oder der „Paramount-Berg“ Artesonraju (6025 m) locken im Juni und Juli Bergsüchtige aus aller Welt hierher.

Wanderung um den Alpamayo
Jetzt zum Ende der Saison ist es wunderbar ruhig auf unserer zehntägigen Trekkingtour um den wunderschönen Alpamayo und wir treffen nur ganz selten auf andere Wanderer. Entlang der Strecke gibt es vereinzelte Siedlungen der Hochlandbewohner, die hier oben abgeschieden ein einfaches Leben führen. Wir wandern durch tiefe Schluchten und über mehrere Pässe die fast 5000-m-hoch sind, schlafen in unseren Zelten an stillen Lagunen, wärmen uns am Lagerfeuer und bestaunen die Sterne der Milchstrasse am Nachthimmel. Betreut werden wir von meinen Peruanischen Freunden und Begleitern aus Huaraz, die mit Ihren Eseln und Mulis das Hauptgepäck transportieren und uns vorzüglich bekochen. Kein Handyempfang stört unser reduziertes Leben, „digital detox“ auf Neudeutsch.
Die Höhenluft ist dünn und fordert Herz- und Kreislauf. Die gute Akklimatisation in Cusco zahlt sich aus. Belohnt werden wir durch Aussichten und eine abwechslungsreiche Hochgebirgslandschaft mit subtropischer Pflanzenpracht die seinesgleichen sucht. „Das wahre Leben beginnt dort wo unsere Bequemlichkeitszone endet…“, sind wir uns einig, auch wenn die meisten Teilnehmer die 50 längst überschritten haben.

Gipfelglück am Toccllaraju (6034 m)
Nach der schönen Trekkingtour trennen sich unsere Wege in Huaraz. Das Abschiedsabendessen wird in heisser Glut in der Erde zubereitet. Die gebackenen Kar-toffeln, Hühnchen und Meerschweinchen sind eine Spezialität in den Anden. Das Ehepaar aus Karlsruhe wird noch ein paar Tage am Titicaca-See entspannen um dann gemeinsam mit uns von Lima zurück nach Europa zu fliegen.
Zum Abschluss der Reise werde ich noch mit drei Teilnehmern auf den stark vergletscherten und formschönen Toccllaraju (6034 m) klettern. Fast senkrechte Eispassagen erfordern Kraft und bergsteigerische Fähigkeiten. Der Umgang mit Steigeisen und Eispickel sollte geübt sein. Nochmals brechen wir von Huaraz aus auf und wandern ins Ishinca-Tal. Das Basislager liegt auf einer wunderbar grünen Hochebene, durchzogen von einem Bach an dem eine Berghütte des italienichen Alpenclubs (CAI) liegt, Espresso und Pasta inklusive. Unser anschliessendes Hochlager thront schon auf 5000 m Höhe und wir blicken aus unseren Zelten in einen mächtigen Gletscherstrom der zum Gipfel des Toccllaraju führt. Kurz nach Mitternacht brechen wir auf und steigen im Schein der Stirnlampen über endlos lange Schneeflanken nach oben. Steile Eispassagen und dunkle Gletscherabbrüche wechseln sich ab und zuletzt klettern wir über eine unheimlich mächtige Gratwächte, bevor wir auf dem schmalen Gipfel des wunderschönen Berges stehen. Ein krönender Abschluss mit wunderbaren Ausblicken auf die Cordillera Blanca!

Peru ist sicher eines der schönsten Reiseländer Südamerikas. Neben der fischreichen Küstenregion bei Lima und der kraftvollen Natur in der Cordillera, kann Peru auch mit riesigen Gebieten des Amazonas-Regenwaldes aufwarten. Allen Touren dazu unter www.berie.ch

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